Ich bin Bini und arbeite am rauskommen! Ich brauche Tips

#1
Hallo zusammen,

mein Name ist Sabine, aber kurz Bini, ich habe vor 10 Jahren mit Bulimie begonnen. Ich konnte mich vor 4 Jahren rausarbeiten. aber durch Mobbing auf Arbeit, das extreme Formen wie z. B. körperliche Verletzungen angenommen hat, bin ich seit Anfang 2019 wieder reingerutscht.

Niemand weiss von meinem Problem, weil die Menschen denen ich davon erzählte, sich von mir abgewandt haben. Ich hatte im Juli 2019 einen totalen Zusammenbruch wegen dem Mobbing, wusste nicht mehr ein oder aus. Habe aber zum Glück eine Therapie begonnen über Selfapy und habe angefangen mich wieder selber zu fangen. Aber die Bulimie ist zurückgekehrt und ich kämpfe jeden einzelnen Tag...

Ich kämpfe wirklich. Wer das hier liest.. kann mir vielleicht sagen wie ich innerhalb von Minuten diesen ekelhaften Fresszwang besiegen kann?
Ich bin alleine, also in einer Fernbeziehung. Ich bitte euch um Akuthilfe, die ich im Alltag umsetzen kann, jede Idee hilft.

Bitte verurteilt mich nicht... ich finde sonst niemanden, der mir Rat geben könnte.

Danke im Voraus

Re: Ich bin Bini und arbeite am rauskommen! Ich brauche Tips

#2
Hallo Bini,

Willkommen erstmal.
Akuthilfe gegen fressanfälle? Wenn wir die hätten, dann hätten wir wohl selbst keine und das Forum wäre überflüssig. Aber im „eigentlichen Bulimie Forum“ gibt es eine Liste mit skills, die sind für Selbstverletzendes Verhalten ausgelegt, aber vielleicht helfen sie die auch bei den Fressanfällen.
Versuch dich auf andere Dinge zu konzentrieren.
Mach denk Sport, geh raus. Schreie oder trink x Liter Wasser. Um erstmal ein Völlegefühl zu haben und dann eine Kleinigkeit nur zu essen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und fühl dich gedrückt.

Lg Knuffeline
Leb jeden Tag als wäre es dein letzter!
Veni Vidi Vici! Ich kam, ich sah, ich SIEGTE!

Re: Ich bin Bini und arbeite am rauskommen! Ich brauche Tips

#3
Hi Bini,

also, ich habe letztens einen Artikel gelesen, dass Bitteres gegen Heißhunger hilft. Kann ich auch bestätigen. Entweder, man kaut auf Salatblättern, trinkt schwarzen Kaffee (ich verlängere ihn mit einem Schuss Wasser), oder Salbeitee. Milch trinken kann auch helfen. Nicht umsonst leben Babys ganz gut von Milch. Manchmal ist Heißhunger auch nur Müdigkeit. Das findest Du heraus, indem Du Dich kurz hinsetzt und schaust, ob Du dann, wenn die Anspannung sinkt, evt. direkt in Müdigkeit umkippst. Das ist bei mir oft so. Nicht zuletzt gönne ich mir auch mal ein oder zwei Stückchen Kuchen. Aber nicht in extremen Ausmaß, und nachmittags halt.


Aber ich würde nicht haufenweise Wasser in mich schütten. Also, als ich jünger war, konnte ich das auch noch. Aber jetzt bringt das die Elektrolyte zu sehr durcheinander.

LG

Sophie
So spricht der Herr: "[...] Nein, wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich erkenne, daß nämlich ich, der Herr, es bin, der auf Erden Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft!" (Jeremias 9,22-23)

Re: Ich bin Bini und arbeite am rauskommen! Ich brauche Tips

#4
@bini

Hallo Bini

also hier spricht ein alter "Bulimie" Hase, ich habe diese ES seit 30 Jahren und bin dabei es komplett aufzugeben. Wenn der Heißhunger kommt, ist das das schlimmste ich weiß wovon Du sprichst. Aber was Knuffeline und Sophie Dir raten ist nicht in Ordnung. Denn das ist das absolute bulimische Verhalten. Dein Körper hat Hunger, die Heißhungerattacken kommen deshalb so massiv weil Du Deinen Körper und Dein Gehirn ständig täuscht. Denk mal darüber nach. Versuche kleine Portionen zu essen, aber Du musst auf alle Fälle ein Sättigungsgefühl spüren. Esse langsam. Dann, wenn die erste Sättigung kommt, aufhören. Sofort ablenken. Egal wie, nicht übers kotzen nachdenken. Nicht denken "oh Gott ich werde fett". Sag Dir: Mein Körper braucht das jetzt. Und warte einfach ab was passiert. Es wird nichts passieren und Du wirst nicht zunehmen glaube mir, das sind nur die kranken Gedanken die wir haben. Ich könnte Dir noch so viele Tipps geben um Dir zu helfen, denn ich weiß wie verdammt schwer das ist. Da ich seit einem Jahr von der Bulimie ernstlich krank geworden bin (würde zu lange dauern um das zu erläutern) bin ich dabei es aufzugeben. Ich habe in einem halben jahr gerade *kg zugenommen. Jetzt stoppt das Gewicht. Natürlich mache ich auch Sport, aber das schon mein Leben lang weil ich Sport liebe. Aber ich esse Schoki, Kuchen ab und zu, natürlich nicht in rauhen Mengen. Ich koche selber, da ich keine Fertiggerichte mag. Aber ich esse auch mal ein warmes Leberkäsebrötchen. Und es funktioniert. Was für mich das schwierigste ist, ist die viele Zeit die ich übrig habe. Vorher Stunden mit fressen und kotzen verbracht und jetzt habe ich Stunden übrig. Das ist der Wahnsinn. Und was ich die letzten Wochen/Monate an Geld gespart hab das ist auch der Wahnsinn. Nicht mehr die Euros ins Klo kotzen. Nicht mehr wie eine verrückte einkaufen. So viel Freiheit, das macht richtig Angst. Natürlich hab ich auch viele Psychotherapien gemacht. Aber eines noch zum Schluß, hör auf mit Lügen. Erzähle den Menschen denen Du vertraust von Deiner Esstörung, das habe ich auch gemacht und es kamen nur positive Rückmeldungen, keine Verurteilungen, es kam Mitgefühl und viel Liebe zurück. Auch das hat mir geholfen. Nicht mehr verstecken.
Alles Liebe
eine Unbekannte