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von loxonema
Hallo Hallo,
Herzlich willkommen hier.
Du solltest dir mal die Regln zum Posten durchlesen.
Ich bin grad früh dran, deswegen hab ich wohl deine Angabe zur Kotzfrequenz lesen können, aber solche Zahlen und Angaben (ebenso wie Gewicht, BMI udg) sind nicht erwünscht. Du scheinst den Krankheitswert deiner Bulimie noch nicht erkannt zu haben, vielleicht dämmert dir da ab und an in unbenebelten Zeiten was, sonst hättest du dich ja nicht hier angemeldet. Du hast noch eine ziemliche realitätsferne, leicht naiv anmutende und relativierende Brille auf und so wie du schreibst, willst du die Krankheit noch behalten. Wenn du die Anzahl an Erbrechen noch wenig oder vielleicht normal findest, kann ich dir sagen, du bist auf der Karriereleiter der Bulimie doch schon recht weit hoch geklettert. Du steckst schwer im Sumpf. Die wenigsten Bulimiker verbringen ihren Tag damit jede Mahlzeit in das Universium der Toilette zu übergeben und zwischendurch auch noch. Ach und wie stellst du dir einen Bulimiker vor? Das interessiert mich, ganz ehrlich. Das ist ja grad das heuchlerische an der Bulimie, dass man nach außen nichts sieht, dass man im Verborgenen handelt.
Allerdings gibt es so unendlich viele Alternativen sein Gewicht auf gesunde weise zu halten. Spätestens, wenn du nicht isst um was zu kompensieren (Langeweile, Frust, Angst vor der Zukunft, vor Selbstständigkeit usw) sondern, so wie es dein Körper braucht, hälst du dein Gewicht ganz automatisch. Freilich, die sind mit Anstrengung verbunden, mit Disziplin und Selbstkontrolle in jeder Form, so wie das Leben ab und an ist. Aber sie sind deutlich weniger verheerend in der Auswirkung. Wenn du deinen Selbstwert statt an die Zahlen auf deiner Waage zu binden, lieber dieses Potential in eine gelungene Beziehung zum Leben (gute, stabile Freundschaften zu Gleichaltrigen, Ausbildung, Arbeitsplatz, Umgang mit Stress und Niederschlägen usw) und vor allem zum Körper entwickelst, dann bist du glücklich. Dein Seelenheil findest du nicht im Kühlschrank, sondern draußen im Leben. Da solltest du die Leiter hoch klettern, nicht auf der bulimischen Karriereleiter.
Ich finde es übrigens gut, dass andere Menschen von deiner Krankheit wissen. Allerdings bin ich immer der Ansicht, (nur) die Eltern sind da eher ungeeignet. Die besten Freunde einzuweihen, wäre viel klüger.
Ich finde, du mutest auch deinen Eltern ganz schön viel zu. Was sollen sie deiner Meinung nach tun mit diesem Wissen? Ich gehe mal davon aus, dass du noch bei ihnen wohnst und mit ihnen zusammen isst.
Was hast du denn für Ziele nach dem Abi? Und wie willst du die umsetzen, mit wieviel Energie? Planst du deinen heuchlerischen Ehemann (=Bulimie) mit zu nehmen, wenn du dein Elternhaus verlässt oder lässt du dir zumindest die Option als Hintertürchen offen?
Liebe Grüße und viel Mut, dich rechtzeitig scheiden zu lassen.