ich bin neu hier und das ist auch mein erstes Mal in einem Forum über die Essstörung zu schreiben.
So genau weiß ich auch gar nicht was ich schreiben soll und was ich mir hieraus erhoffe. Manchmal ist man einfach an einem Punkt an dem man sich mit dem Thema alleine fühlt und das Gefühl hat niemals davon loszukommen.. Ich kann noch so viel Googlen, Themen durchlesen oder Videos angucken aber nichts lässt mich besser fühlen als mit gleich gesinnten zu schreiben oder meine Hilflosigkeit einfach mal in eigene Worte zu fassen.
Kurze Zusammenfassung meiner Geschichte:
- mit 19 in die Anorexie ca. 4 Jahre - Klinikaufenthalt und "gesund" entlassen
- zuhause lief es ein paar Monate recht gut bis ich wieder Kalorien getrackt und abgenommen habe
- irgendwann kam EXTREMER Hunger, welchen ich nicht freiwillig zugelassen habe, was mich dann in richtige Fressattacken brachte
- also nahm ich zu, war sehr unzufrieden mit mir und fang wieder an restriktiv zu essen
- ca. 1 Jahr später, wollte ich loslassen und keine Kalorien mehr zählen und frei essen wie und worauf ich Lust hatte
- natürlich war ich super verunsichert und der extreme Hunger ließ nicht lange auf sich warten.. diesmal ließe ich ihn aber zu
- und ab da fing es an, ich habe bis heute noch Phasen mit extremen Hunger den ich nicht voll zu lassen kann, Esstacken resultieren aber heute nicht nur daraus sondern auch es Emotionen, Zweifel, Ängsten, Verunsicherung durch das Essen usw. Essen ist einfach ein Ventil genommen
- Seit mehr als einem Jahr stecke ich nun in einem Kreislauf aus normal Essen, restriktiv Essen, Essattacken und erbrechen - manchmal Wochen gar nicht und manchmal mehrmals am Tag
Warum ich das schreibe? Weil heute mal wieder so ein Tag war und ich es einfach satt habe, dass sich mein ganzes Gemüht und Leben um Essen / nicht Essen / zu viel Essen und Erbrechen dreht.
Mit jedem neuen Anfall habe ich das Gefühl von vorne anfangen zu müssen. Immer wenn es ein paar Tage gut lief, kamen wieder Tage mit Rückschlägen. Ich habe das Gefühl niemand (also Personen mit normalen Essverhalten) versteht mich.
Ich weiß nicht wie ich essen soll, was ich essen soll, was zu viel ist, was zu wenig ist, wie ich den Food Focus los werden & die Fressattacken unterbrechen kann und noch vieles mehr.
Ich habe generell kein Problem mehr mit dem Essen (ca. 3Mahlzeiten + 2-3 Snacks) aber mit der Essensauswahl, mit der Menge und Essen unabhängig vom Gefühl oder Körpergefühl zu sehen. Auch habe ich noch Trigger-Food z.B. Süßes, Gebäck vom Bäcker, ganze Pizzen, unbekannte Nudelgerichte im Restaurant usw. Ich kriege mich nicht davon losgelöst.
Auch habe ich festgestellt, dass ich Essen als Dopaminregulation für mein ADHS sehe. Mir ist sehr schnell langweilig und Essen gibt mir, vorallem auch wegen der restriktiven Phase, ein kurzes Glücksgefühl..
Eventuell hat einer von euch Tipps oder möchte hierzu gerne was schreiben, auch wenn's nur die eigene Erfahrung oder die momentanen Gefühle sind. Vielleicht geht es einem dann auch besser und man fühlt sich nicht mehr so "alleine".
Liebe Grüße