Bulimie und Rauchen auf hören?!

#1
Ich habe gestern in klinische Psychologie gelernt, dass Menschen mit Bulimie in gewisserweise häufig auch in anderen Bereichen disziplinlos sind und sich das auch auf das Rauchen bzw. mit dem Rauchen aufhören beziehen kann. Ich habe viel zu früh mit dem Rauchen angefangen und möchte, wenn ich mit meinem Studium fertig bin aufhören. Natürlich habe ich irre Angst zuzunehmen, aber ich denke wenn man länger nicht raucht pendelt sich das womöglich auch wieder ein (Hoffentlich :) )
Nur ist es nunmal so, dass ich wirklich in manchen Dingen sehr undiszipliniert bin, nicht überall, aber ich glaube was das Rauchen betrifft schon. Jetzt wollte ich Fragen wie andere hier Forum mit dem aufhören umgegangen sind? Wie lange habt ihr geraucht, wieviele Anläufe hat es gebraucht, oder habt ihr es bis jetzt noch nicht geschafft? Das schlimme ist, dass früher als ich noch keine Bulimie hatte, habe beim Hungern immer eine geraucht, weil es dann nicht so schlimm war. Und jetzt rauch ich immer nach dem erbrechen, ist also schon so ein Ritual :(
Ich weiß, dass das jetzt nur indirekt mit B/ES zu tun hat, wusste aber nicht genau in welches Forum ich es jetzt stellen soll. :roll:

Liebe Grüße

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#2
hallo !

Gleich mal vorweg, ich rauche selbst (seit mittlerweile 3 Jahren) und habe auch (vorerst) nicht vor, damit aufzuhören. Bei hat das Rauchen ziemlich zeitgleich mit der ES angefangen und ich denke sehr wohl, dass ich es als Ersatzdroge nutze. Vor allem da ich in letzter Zeit die ES sehr gut im Griff habe und so vermeiden kann, dass mein Stresslevel wieder zu hoch wird und ich womöglich einen Rückfall erleiden könnte. Das zumindest rede ich mir ein - inwiefern das Rauchen wirklich dabei hilft, sei dahingestellt. Allerdings kenne ich diese 'Ritual'-Situation wie du sie beschreibst, also z.B. nach dem Erbrechen erst mal eine rauchen. Ich merke auch, dass es mir dann wieder besser geht und ich mich auch körperlich stärker fühle, deswegen ist diese Gewohnheit sicherlich nicht sehr leicht abzulegen. Doch ich muss auch feststellen, dass, seit ich fast keine FA's mehr habe, auch das Rauchen etwas weniger geworden ist. Einfach, weil ich nicht mehr ständig psychisch unter Druck stehe. Das hat mir dabei geholfen, etwas weniger zu rauchen und zuerst mal zu überlegen, ob ich denn jetzt wirklich eine Zigarette will, oder aber nur gestresst bin.
Wie es beim Aufhören mit dem Zunehmen ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht genau, aber meiner Meinung nach nehmen die meisten Leute nur zu, weil sie dann, anstatt zu rauchen, mehr essen - wieder als 'Ersatzdroge' sozusagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der reine Nikotinentzug den Körper dazu veranlasst, die Nahrung anders zu verwerten oder gar mehr Fett anzulegen. Das müsste mir schon jemand erklären, wie das gehen soll :wink:
Ich weiß, dass mein Beitrag nicht gerade hilfreich war, aber ich hoffe du kannst trotzdem ein bisschen was damit anfangen. :)
Das Recht, mit der Faust um sich zu schlagen endet dort, wo die Nase des Mitmenschen anfängt .
- Sprichwort -

If you tremble indignation at every injustice, then you are a comrade of mine .
- Che Guevara -

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#3
Hi,
also ich habe mit 16 angefangen, teilweise viel geraucht dann wieder weniger.
Habe dann für 5 Jahr aufgehört zu rauchen. Nur manchmal beim fortgehen und dann auch nicht immer. Vor drei Jahren habe ich wieder angefangen, zeitgleich mit der Bulimie. Aber ich hatte auch Monate dazwischen während denen ich gar nicht geraucht habe.
Das Nichtrauchen hat bei mir keine Gewichtszunahme bewirkt. Ich merke es aber konditionell wenn ich viel rauche bzw. rauche ich nicht wenn ich Sport mache, aber einfach nur deshalb weil ich keine Lust habe und nicht weil ichs mir verkneifen muss.
Aber es ist auch für mich auf jeden Fall ein Lückenfüller und Ersatz und sehr emotional behaftet.
Nach einem FA hatte ich oft absolut keine Lust eine zu rauchen.
Ich hatte jetzt seit 2 Wochen keinen FA, war auch noch nicht kurz davor oder in Versuchung. Rauche jedoch wieder mehr seit einer Woche, aber es hält sich noch in einem erträglichen Rahmen.
Ich bin nicht auf Diät und rauche auch nicht eine anstatt zu essen obwohl ich das früher auch schon getan habe. Ich habe auch ein Rauchritual und zwar drink ich einen Cappuccino und rauche eine Zigartte nach dem Abendessen, sozusagen der Abschluss wenn ich satt bin und die Küche geschlossen :-)

Bei mir war das immer ganz easy mit dem Rauchen aufzuhören, hatte einfach keine Lust mehr bzw. einfach genug davon. Habe mir keine großartigen Gedanken gemacht oder Verzicht gelitten.

Angefangen habe ich wieder aufgrund von Lernstress, beruflichem Stress oder Beziehungsaus und damit einhergehendem wieder regen Kontakt zu rauchenden party people und vermehrtem ausgehen und Alkoholkonsum :roll:

VLG

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#4
moon_willow hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass der reine Nikotinentzug den Körper dazu veranlasst, die Nahrung anders zu verwerten oder gar mehr Fett anzulegen. Das müsste mir schon jemand erklären, wie das gehen soll :wink:
Das kann ich Dir sogar erklären: Durch das Rauchen führst Du dem Körper Gift zu. Der Körper versucht, das Gift möglichst schnell wieder auszuscheiden, und kurbelt dafür den Stoffwechel hoch. Da Raucher aber ständig eine rauchen, und der Körper ständig damit beschäftigt ist, schädliche Stoffe abzuwehren und Reparturarbeiten an der Lunge durchzuführen, hat man ständig einen erhöhten Stoffwechsel, was wiederum Kalorien verbrennt. Der gleiche Mechanismus erklärt auch, warum Raucher häufig einen erhöhten Leukozytenwert im Blut haben. Diese weißen Blutkörperchen, die für Krankheitserreger zuständig sind, leisten bei Rauchern auch Mehrarbeit.

LG

Sophie
So spricht der Herr: "[...] Nein, wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich erkenne, daß nämlich ich, der Herr, es bin, der auf Erden Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft!" (Jeremias 9,22-23)

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#6
Da hab ich durch Sophie11 auch nochmal was dazugelernt.
Dass es den Stoffwechsel ankurbelt hatte ich vorher aber auch schonmal gehört. Aber naja man hört ja vieles wenn der Tag lang ist... :roll:

ich hätte auch nie gedacht das Zigaretten tatsächlich süchtig machen. Hab einfach immer geraucht wenn es sich grade angeboten hat und seit ca. etwas über einem halben Jahr hab ich dann gemerkt dass es wirklich süchtig macht :shock:

Versuch mir ab und an die eine oder andere zu verkneifen, das klappt dann auch. :)
Und wenn es mal nicht klappen sollte dann kann ich mir wenigtens noch sagen es kurbelt den Stoffwechsel an. Das hat meiner auch bitter nötig :?

Findet ihr auch dass Rauchen einfach teilweise schon zur Gesellschaft gehört?
Wie oft hab ich schon gehört(oder auch unbewusst selbst gesagt) : "hast du noch kurz Zeit für ne Zigarette?" , "ich muss jetzt erstmal eine rauchen!" , "ich hasse es zu warten...ich rauche mal eine" , "ich rauch noch schnell eine mit dir bevor ich losgehe!" usw usw ...
Es gibt drei Arten von Männern:
Die Schönen, die Intelligenten und die Mehrheit.

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#7
aus Erfahrung weiß ich dass das Rauchen, seit es schon überall nur mehr kleine Raucherzimmer oder Abteile gibt, sehr viel weniger nötig ist um gesellig zu sein!
Ich rauche selbst auch (wenn auch nur sehr sporadisch) aber mir vergeht die Lust wenn ich mich in einem Lokal in einen Kasten aus Glas (gesehen in Linz im Einkaufcenter) setzen muss. Wie ein Affe im Käfig.
Da brauch ich gar keine Zigarette mehr!!
(Was natürlich der Gesundheit nur zu Gute kommt :D )

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#8
Geraucht hab ich ca. 5 jahre.. Aufgehört habe ich im Oktober 2011. Zeitgleich, als ich anfing zu studieren! Da ich von da an einen eigenen Haushalt führte, musste ich auch mit meinem Budget selbst klar kommen. Ich habe mir durchgerechnet, wieviel bzw. wofür ich monatlich meine Ausgaben tätige .. Und für das Rauchen war ich mir dann doch zu geizig :D Weiters sprach einfach zu viel dafür aufzuhören, sodass ich einfach von einem Tag auf den anderen damit aufgehört hab :shock: Der Gestank an Klamotten usw. Ein weiterer Faktor war auch mein großer Freundeskreis, indem NIEMAND raucht!

Wenn ich das mit der Bulimie doch nur so leicht könnte .. :(

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#9
Hallo,

Ich habe ungefähr 7 Jahre geraucht, vor allem viel während der Schulzeit.

Ich habe nie mit Absicht aufgehört zu rauchen, hatte einfach Phasen, in denen ich sehr wenig rauchte und den Drang, es zu tun, sehr stark wahrnahm. Seit 1,5 Jahren rauche ich sehr sehr sporadisch. Klingt wahrscheinlich für manche seltsam, aber mir schmeckt es einfach MANCHMAL.

Ob ich geraucht oder nicht geraucht habe, ich habe keinen veränderten Appetit wahrgenommen, war rauchfrei sehr dünn und rauchend füllig und beides umgekehrt. Dass man vom Rauchen also abnimmt oder beim Aufhören zunimmt kann ich persönlich nicht bestätigen.

lg
Wie die Schauspieler eine Maske aufsetzen, damit auf ihrer Stirn nicht die Scham erscheine, so betrete ich das Theater der Welt - maskiert.

.Descartes.

Re: Bulimie und Rauchen auf hören?!

#10
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich aktuell sehr stark mit dem Thema, da ich zeitweise aufgehört habe zu rauchen. Nun habe ich allerdings einen Rückfall, weil ich mit dem extremen Hungergefühl und dadurch vermehrte bulimische Anfälle, sowie Verdauungsbeschwerden nicht klar komme.

Ich würde so gerne aufhören zu rauchen, aber möchte meine Essstörung auch so gering wie möglich halten, was mir an rauchfreien Tagen nicht gelingt :-(

Kennt das jemand von euch auch und hat einen Tipp für mich?

LG PLK