Hallo an alle Leidensgenossen!

#1
Hallo Zusammen :)
ich weiß nicht genau wie ich anfangen soll aber ich freue mich wirklich darüber hier offen reden zu können.
Ich bin 29 Jahre alt und leide seit 10 Jahren an Bulimie. Die typische Magersuchtsphase davor ging ca. 2 Jahre.
Mittlerweile ist man natürlich Meister darin geworden es vor allen zu verstecken - ausschließlich meine Familie weiß von meiner Essstörung (Sie haben es ja auch einige Jahre miterleben müssen). Nachdem ich das Gefühl habe, das mein "schlimmster Feind u.a." die Zeit alleine zu Hause ist, versuche ich meine Wochenenden schon frühzeitig zu planen & verplanen was wirklich eine gute Hilfe ist, vor allem weil ich es liebe unter Freunden zu sein und was zu unternehmen (z.B.: wandern, Sport, ins Kino, Therme, abends weg gehen in Bars, usw.) Ich würde mich allerdings niemals einem meiner Freunde anvertrauen, da ich das Gefühl habe es tut mir am Besten wenn alle aus meinem Umfeld mich "normal behandeln" vor allem wenn man dann doch mal in Cafes oder Restaurants geht möchte ich mich nicht kontrolliert oder beobachtet fühlen. Doch es gibt natürlich immer wieder diese "Lücken" wo man sich nicht ablenken kann.

Auch wie einige Andere hier teile ich die Eigenschaften sehr perfektionistisch, kritisch und kontrolliert mir gegenüber zu sein. Bei all meinen Freunden kann ich sehr empathisch sein nur mir gegenüber nicht auch wenn ich mich und meinen Körper ganz gut leiden mag. Ich habe eher Angst das wenn ich es nicht mehr mache mein Körper sich dann negativ verändert. Ich hoffe Ihr versteht was ich sagen will.

Doch das schlimmste für mich ist, dass ich die Bulimie trotz all dem Hass und der negativen Folgen darüber nicht los bekomme, da Sie gefühlt "Teil meines Lebens/Alltags" geworden ist und es "ohne" nur selten geht. Ich hoffe hier ein paar Leute zu finden mit denen ich mich austauschen kann und die vielleicht ein ähnliches "Doppelleben" führen wie ich.

Mich würde auch das Thema Zähne interessieren - nachdem man ja "beobachten" kann, wie das Zahnfleisch immer mehr zurück geht und einer meiner größten Ängste der Zahnverlust ist wollte ich mich mal erkundigen was andere Leidensgenossen zu diesem Thema erlebt haben?

Vielen Dank schon mal im Voraus! ;)

Re: Hallo an alle Leidensgenossen!

#3
Hey Fibi,

leider weiß ich nicht wie alt du bist aber dann hat es bei dir nicht bereits im Elternhaus angefangen?

Ich muss aber trotzdem gestehen, dass es bei mir in der Familie "Totgeschwiegen " wird und dadurch das ich schon sehr lange nicht mehr zu Hause wohne ist das natürlich nie ein Thema wenn man sich mal im Kreise der Familie sieht.
Aus den Augen aus dem Sinn wie man so schön sagt...

...ich mache mir seit einigen Monaten eine Strichliste bzw markiere mir die Tage an denen ich k* frei bin. So bekommt man einen guten Überblick und verspürt größeren Reiz einen weiteren Tag zu markieren. Klappt mal mehr mal weniger aber immerhin hat es sich seitdem deutlich verbessert und ich freue mich schon wenn ich im Durchschnitt 10-12 Tage in einem Monat markieren konnte ;)

Macht jemand anderes auch solche Strichlisten und wenn ja wie ist euer Resümee davon bzw. auch gerne Tipps diese Reizvoller zu gestalten?

Re: Hallo an alle Leidensgenossen!

#4
Hallo, ich kann soo sehr nachvollziehen wie es dir geht. Ich bin auch meister darin es zu verstecken, anfangs wusste meine familie davon doch seit zwei jahren glauben sie ich bin "geheilt" und ich lebe ein doppelleben. Die, die sportlich ist, sich gesund ernährt und diszipliniert ist, die andere, die bulimie.
Doch wieder darüber zu reden will ich nicht da ich auch nicht anders behandelt werden will oder mitleid oder kontrolliert werden will.
Versuch mich auch immer abzulenken und raus zu gehn doch meiste siegt die bulimie und ich bin alleine zuhause und dann kann ich mich nicht beherrschen. Leider ist der drang einen essanfall zu haben oft so stark dass ich zeit mit freunden nicht genießen kann und einfach so schnell wie möglich heim muss um den drang nachzugehen.
Es macht mich dann so traurig weil ich mir denke ich vergeude mein leben, doch wirklich loswerden will ich die bulimie auch nicht, weil ich eigentlich meinen körper so wie er jetzt ist schön finde und die angst dass sich mein körper verändern könnt wenn ich die bulimie los werde ist zu groß.
Also ich hasse sie aber ohne geht nicht, ich würde mir sehr wünschen dass ich ohne kann aber wie du schon schreibst, irgendwie gehört es einfach schon zu meinem leben, ist Gewohnheit, leider.
Ich kann mich so gut mit deinem text identifizieren.