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Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
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 Betreff des Beitrags: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Mi Nov 28, 2018 22:16 
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Alter: 28
Registriert: 28 Nov 2018
Beiträge: 5
Hallo ihr Lieben,

ich möchte mich mal kurz vorstellen. Ich bin Julia. Ich habe zuerst eine Ausbildung gemacht und einige Jahre in meinem Lehrberuf gearbeitet. Aber nachdem ich gemerkt habe, dass mich mein Job nicht glücklich macht, habe ich im Crashkurs mein Abi nachgemacht und studiere jetzt Germanistik und Geschichte im 3. Semester. Das sind meine absoluten Traumfächer und ich kann mir auch für mich, Bücherwurm, nichts anderes vorstellen. Auch die Bulimie hatte ich seit knapp 4 Jahren im Griff und mehr noch. Man könnte sogar sagen, sie war in meinem Leben nicht mehr existent. Ich weiß, das alles erweckt den Anschein als könnte es bei mir gar nicht besser laufen, und doch bin ich Rückfällig geworden. Fragt mich nicht wie es dazu kommen konnte, ich weiß es wirklich nicht. Und ich verstehe es auch nicht. Jetzt sitz ich also hier. Eine abgeschlossene Therapie und meinen Abschluss im Gepäck, alles erreicht was ich wollte und kotze trotzdem ( wieder ) :roll:

Na klar ist es zur Zeit stressig. Zwei Fächer auf einmal studieren ist viel aber machbar. Natürlich ist nicht immer alles perfekt. Es gibt hier und da mal Streit, hier und da verhaue ich mal eine Klausur oder kann das Geld für die Rechnungen nicht aufbringen, aber so ist das Leben nun einmal. Nichts dramatisches ! Ich versteh einfach nicht wie es soweit kommen konnte. Es ist nicht mein erster Rückfall und es gab immer Gründe. Nicht immer objektiv logische, aber IMMER welche, die ich auch verstanden habe, nur diesmal bin ich völlig ratlos.

Vielleicht habt ihr ja eine Idee. Vielen Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße eure Julia.

_________________
Hic Rhodus, hic salta!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Do Nov 29, 2018 18:54 

Registriert: 06 Nov 2018
Beiträge: 7
Hallo,
wie geht es dir momentan?
Ich bewundere es, dass du jahrelang abstinent gelebt hast. Was hat dir damals dabei geholfen?
Hast du in diesen Jahren ganz ohne ES gelebt? Oder die Bulimie in irgendeiner Form vermisst oder kompensiert?
Wann hat sich die Bulimie entwickelt und wie lange hattest/hast du sie?
Warst du bereits in einer Klinik die sich auf dieses Gebiet spezialisiert?

Ich selbst schaffe es leider höchstens einen Monat ohne. (Worauf ich dann immer sehr stolz bin!)
Ich leide seit vielen Jahren unter Magersucht, dann kam die Bulimie dazu.
Ich scheine halbwegs therapieresistent zu sein. Welche Form der Therapie hast du gemacht?

Und zu deiner Frage warum deine Anfälle jetzt wieder auftreten kann man als Außenstehender nur mutmaßen, aber gab es vielleicht einen Trigger (unterbewusst??). Ansonsten klingt es für mich nach Überforderung oder vielleicht auch Angst weil die Therapie jetzt abgeschlossen ist?

Alles Liebe,
LuiseBlau


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Do Nov 29, 2018 21:17 
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Alter: 28
Registriert: 28 Nov 2018
Beiträge: 5
Hallo

Danke für deine Antwort :)

Momentan geht es mir so la la. Die Essensmenge war gelinde gesagt heute ne Lachnummer und trotzdem komme ich mir verfressen vor.
Um zu deinen Fragen zu kommen :
Ich hab mir damals ehrlich gesagt gar keine Gedanken gemacht. Ich war vorher jahrelang in diesem Forum aber der wirkliche Knackpunkt kam dann als ich das Abi nachgemacht habe. bzw. in der 11. Klasse. Das Abi hat mich so gestresst, bzw. ich hab mir so einen Stress gemacht, dass es essenstechnisch wirklich wirklich übel geworden ist, so übel, dass meinen Bio-LK Lehrer aufgefallen ist und er mich darauf angesprochen hat. Da Bio nicht nur mein Lieblingsfach war sondern er auch mein Lieblingslehrer, war es doppelt und dreifach peinlich. Mit viel gutem Zureden und einer kleine Prise Autorität, hat er es dann geschafft mich zu einer Gesprächstherapie zu überreden. Und die Betonung liegt hier auf Überreden. Angefangen hat alles als ich glaub ich 13 war ( oder war es 14? ) Ich hatte vom Ponyhof Läuse mit nachhause gebracht und dufte nicht zur Schule, obwohl es mir gut ging. Meine Mutter arbeitete den ganzen Tag und mein Bruder war immer bei seinen Freunden. Ich hab also den Fernseher angemacht und es lief "Unter Uns". Kennst du diese Serie ? Da gab es die Romy, hieß sie glaub ich, die Bulimie hatte und weil ich schon länger wegen meines Babyspecks gemobbt wurde, war es für mich die ideale Lösung. ( wie gesagt ich war ein dummes kleines Kind ). Die ersten FA´s kamen ziemlich schnell. Ich glaube heute aus purer Langeweile. Ich habe wirklich alle Gründe um diese Zeit herum mit der Therapeutin aufgedröselt und es wollten einfach keine triftigen Gründe hochkommen. Jedenfalls nicht zu dieser Zeit, nicht am Anfang. aber da war es auch nicht so schlimm. Dann kam ich aufs Internat und dort wurde aus der Bulimie MS. Das erste Mal so, dass man sagen könnte, das ist jetzt eine ernsthafte Essstörung. Da war ich 16/17 Jahre alt. Als ich dann wieder nachhause kam, konnte ich mein "Programm" nicht durchziehen und konnte aber gleichzeitig einfach nicht aufhören zu essen und ging so auseinander wie ein Hefekloß. ( Für alle die das hier lesen, ich spreche nicht von normalen gesunden Portionen, davor braucht ihr alle keine angst haben, ich spreche von Portionen, die einen T-Rex satt machen würden und das jeden Tag ) Meine Mutter, eine wirklich liebe aber sehr oberflächliche und, um es gelinde auszudrücken, unsensible Frau fing schnell an mir beinahe täglich Diättipps zu geben. Also ging das ganze Spiel von Vorne los. Inzwischen war ich 20. Mit 24 Kam dann der besagte Biolehrer und die Therapie hatte wirklich gefruchtet. Es ging mir bis vor wenigen Tagen wirklich gut. Ich hatte mir absolut keine Gedanken mehr um Essen oder Kalorien oder sonst etwas gemacht. Die Therapie ist inzwischen 4 Jahre her und ich habe seitdem alles erreicht, was ich erreichen wollte. Natürlich gab es immer wieder Rückschläge in Form von verpatzen Klausuren und unbezahlten Rechnungen aber hey Sh** Happ**. Das sind Dinge, die mich dann zwar 2/3 Tage wurmen aber dann regle ich das und gut ist. Ich hatte so eine Freude am Kochen und backen. Vor allem am backen und anschließenden verzieren. Erst letzte Woche habe ich mir um 2 Uhr nachts Schoko- Cupcakes gebacken und saß dann auf dem Küchenboden, mit meinem Kater auf dem Schoß und hab gegrinst wie ein Honigkuchenpferd.. Also nein vermisst habe ich die Essstörung absolut nicht und auch keinen Gedanken mehr an sie verschwendet. ich war höchstens froh sie los zu sein, wenn ich denn mal daran gedacht habe ( was äußerst selten vorkam ). Um 2010 herum war ich dann das erste Mal hier angemeldet. Ich habe hier einige Mädels kennengelernt, zu denen ich auch viel privaten Kontakt hatte. Vor allem jetzt während ich das schreibe, habe ich das Gefühl absolut versagt zu haben. Das Leben der Mädels ist geordnet, eine hat sogar eine süße kleine Tochter bekommen, die andere hat geheiratet und ich sitze wieder hier.. das habe ich ja super hingekriegt :roll: :roll: :roll:


Woran liegt es bei dir, dass die Therapien nicht fruchten ? Bist du wirklich offen und ehrlich ? Das war ich bei meiner ersten nämlich nicht. Ich habe wie gesagt "nur" eine Gesprächstherapie gemacht, was bei mir gereicht hat. Aber es gibt auch einige Leute, und vielleicht gehörst du dazu, die einen intensiven Austausch in einer Klinik benötigen !? kann das sein ?

Liebe Grüße Julia

_________________
Hic Rhodus, hic salta!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: So Dez 16, 2018 16:20 

Registriert: 06 Nov 2018
Beiträge: 7
Hui!

wie geht es dir?
Bei mir war der >>Knackpunkt<< auch kurz vor der Matura. Was ich aber an anderen Dingen die damals passierten festmache. Trotzdem träume ich oft ich gehe wieder zur Schule, befinde mich im letzten Jahr und irgendwie kommt die Matura nochmal bzw. ich muss noch ein Schuljahr machen und noch eines..und das Ganze endet nie. Ich beziehe das auf die Magersucht die damals ausgebrochen ist. Es ging mir schon etwas besser und jetzt wieder das Ganze von vorne. Und ich denke da es für mein Inneres leichter >>verdaulich<< ist verkauft mir mein Gehirn das Ganze als ich müsste die (Schul)zeit wiederholen. Mich haben damals auch Lehrer darauf angesprochen. Ich war 17 und wollte nicht wegen der magersucht in Therapie gehen. (Ich war schon vorher wegen einem Alkoholproblem und Depressionen in Therapie, hatte also schon ein wenig Erfahrung...) Ich wollte die Magersucht nicht hergeben. Ich bin dann zu intakt gegangen um meine Eltern und Lehrer zufriedenzustellen. Ich hatte den Vorsatz ich möchte von den Depressionen und den restlichen Erkrankungen geheilt werden aber nicht von der Magersucht. Ich wollte damals nicht verstehen, dass das Hand in Hand geht. Du schreibst du wurdest wegen deines Aussehens gemobbt. Wie alt warst du damals? Und gab es auch Äußerungen die sich auf andere Dinge an dir bezogen haben?
Uff, Diättips- Weiß deine Mutter von deinen Problemen?

Wie lange warst du in der Therapie?
Das klingt schön >>ich habe seitdem alles erreicht, was ich erreichen wollte.<<. Was waren das für Dinge?Was sind/ waren deine Ziele?
Mein Gott, wie du übers Backen schreibst und vor allem die Situation mit deiner Katze- mir geht gerade das Herz auf!Wirklich!
Das tut mir gerade so gut.
Also (hey, es gibt ja anscheinend für mich sogar noch andere Gesprächsthemen und DAS in so einem einschlägigen Forum!wow! (ich beschäftige mich nämlich (zu?)viel mit ES)) ich habe seit ein paar Monaten selbst zwei Katzen. Ohne die beiden wäre ich sowas von hinüber. Obwohls so auch schlimm hergeht körperlich. Ich habe momentan ein ganz moderates dünnes Gewicht für eine Magersüchtige aber ich treibe mich selbst immer an den Rand mit Tabletten, Alkohol, Stress, Fressen und Kotzen...
Das schönste und heilsamste ist wenn Luis (er ist weiß-schwarz-braun gefleckt) ins Bad kommt wenn ich erbreche. Ich mache zwar weiter aber er holt mich dennoch immer ein bisschen ins Hier und Jetzt zurück. Er ist so kindlich und verspielt er schaut mir neugierig zu, ohne zu verurteilen ohne Ekel. Es ist einfach etwas was ihn neugierig macht und er nicht versteht. Menschen begegnen einem nie so finde ich. Vor einiger Zeit habe ich ihn in einer Pause des Erbrechens in völliger Erschöpfung angesehen und bin >>aufgewacht<< (Momente wo ich wirklich bei mir bin). Mir ist für den Moment klar geworden, Warum tue ich das?Ich habe ihn und Blau (sein Bruder, tiefschwarz).Das ist das Leben!Wenn es mir schlecht geht sind doch die beiden da, ich sollte dann mit ihnen spielen.
Vor einem Anfall ist mir dann oft wieder alles egal und bin nur fixiert zu fressen. Dabei wünsche ich mir immer, dass ich wenn ich Tiere habe aufhöre zu erbrechen. Andrerseits um ehrlich zu bleiben die beiden helfen mir unglaublich aber die ES sitzt anscheinend sehr tief.
Was hast du für eine Katze? Wie heißt sie bzw er? Lebst du alleine mit Katze?
Zum Versagen- manchmal hatte ich auch eines dieser Gefühle aber gerade habe ich eine neue Ausbildung begonnen und mir geht es richtig gut dabei! Schlimm ist es wenn ich meine alten Klassenkollegen (die ich nicht mochte) google. Ich weiß ich sollte das nicht tun. Ich bin eigentlich kein Mensch der sich vergleicht (außer beim Dünnsein) aber hin und wieder falle ich in so einen Blödsinn. Denke mir dann, die sind alle gesünder, haben sich schon abgenabelt von ihrer Familie, gehen auf Partys haben Beziehungen... Das hatte ich auch schon alles aber ich habe das Gefühl, dass ich mit 21 begonnen habe in eine frühkindliche Phase zurückzufallen, sprich ich habe weniger Freunde getroffen, bin nur mehr mit meinen Eltern zusammengewesen.. Und da habe ich schon gedacht, dass ist doch kein Leben, klar andere wirken glücklich sinds nicht unbedingt aber DAS ist wirklich kein Leben. Eher Isolation, ungesunde. Mittlerweile bin ich da wieder besser beisammen, mache aber nach wie vor zuviel mit meinen Eltern. Aber ich weiß auch, dass ich ganz viel Nachholbedarf habe... Auf jeden Fall bin ich gerade mit mir selbst zufrieden (also Ausbildungsmäßig). Ich entwickle mich in eine ganz neue Richtung, lerne neue Leute kennen die mich schätzen. Die Ausbildung und die Katzen sind meine Grundpfeiler. Sonst hält mich nicht allzuviel, aber diese Dinge geben mir dafür umso mehr Kraft. Ich lebe ein Doppelleben. Einerseits bin ich ein wirklich glücklicher Mensch wenn ich an meine Katzen denke und in der Ausbildung bin andrerseits stehe ich in der Küche und am Klo und denke, mann du bist echt krank. Aber ich weiß auch woher das kommt. Und dieses Jahr ist der wichtigste Mensch meines Lebens gestorben...
Aber nochmal zum Thema versagen: Ich glaube jeder braucht einfach unterschiedlich lange. Und manche >>schaffen<< es vielleicht auch nie. Trotzdem kann man ein durch und durch lebenswertes Leben führen. Zudem glaube ich, dass man aufgrund solcher Erfahrungen vielleicht viel intensiver lebt. Also auch was die schönen Dinge betrifft. Und das möchte ich nicht missen! Ich bin glücklich. Viele Menschen verstehen das nicht, aber für meine Verhältnisse (ich lebe mit 8 Diagnosen, wovon jede ihre Berechtigung hat..) habe ich es mir ganz bequem gemacht in dem Rahmen in dem ich lebe. Ich höre oft von Ärzten, dass ich (mittlerweile!) sehr gesund wirke, sprich ich habe gelernt mit vielem zu leben. Das finde ich sehr toll. Mit der ES kann ich aber überhaupt nicht leben und da fühle ich mich überhaupt nicht gut damit. Deshalb fühlt es sich oft wie mein Hauptproblem an und ich vergesse auch heute noch manchmal die Zusammenhänge zu suchen/sehen. Hast du noch andere psychischen Erkrankungen/ Probleme?


Zu deinen Fragen:
Ich habe bereits im zarten Alter von 9 eine Therapeutin besucht, weiter gings dann mit 15, dann mit 17-19 dann mit 23 wieder bis jetzt (ich bin 27). Ich kann nicht mehr sagen bei vielen Therapeutin ich war, egal welchen Geschlechts, welcher therapeutischen Schule angehörig, welchen Alters,..
Ich habe von mir immer absolute schonungslose Ehrlichkeit verlangt. Ich dachte ich wüsste alles aber es gab jahrelang immer noch blinde Flecken, Traumata. Und jetzt mit 27 habe ich im Sommer eine Therapie abgebrochen weil ich zum ersten Mal verstanden habe- ich bin noch gar nicht soweit. Jahrelang herumgegraben (ohne Erfolge was die ES betrifft). Meine letzte Therapeutin meinte dann dass ich immer wieder blockiere. Ich habe das selbst gar nicht gemerkt. Ich rede immer vollkommen offen über alles nur dissoziere ich einfach und empfinde nichts dabei. Wirklich einlassen kann ich mich anscheinend nicht. Ich vertraue nicht obwohl ich es so sehr will. Ich habe mich jahrelang dazu gezwungen mich zu öffnen und jetzt merke ich, Stopp das geht ja (noch) gar nicht. Ich habe mich selbst ignoriert und ich denke die eigenen Schutzfunktionen sollte man schon akzeptieren!
Ich war 4 mal in Kliniken, wovon 2 mal wirklich viel bei mir verändert haben. Nur einmal wegen Bulimie, was mir und den anderen Patienten rein gar nichts gebracht hat. Mittlerweile bin ich (leider) ganz allergisch auf Begriffe wie Achtsamkeit, Skills, Verhaltenstherapie...
Ich beschäftige mich privat sehr viel mit Psychologie. Bis jetzt habe ich das Gefühl, dass einfach viele Therapieformen nicht auf mich passen. Außer Mal und Musiktherapie glaube ich. Aber gerade bin ich so im Leerlauf, es ist anstrengend immer zu versuchen den Therapeuten zu unterhalten( Ich weiß der Zwang liegt bei mir, aber es gibt nicht viele Menschen mit denen man gut und gerne schweigt..). Jede Woche irgendetwas erzählen.


wahnsinn, ich habe viel geschrieben :)

Alles Liebe!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: So Dez 16, 2018 17:50 

Registriert: 10 Okt 2012
Beiträge: 142
wenn du erst seit ein paar tagen wieder dabei bist,
ist noch nichts verloren
verbuch es als vorfälle und reiß das ruder rum
lass dich nicht fallen in die bulimie aus scham, wut und enttäuschung
sondern stell dich dir zur seite und verzeih dir selbst

gut wäre, wenn du dir irgendwie anderweitig entlastung verschaffen, sprich: den druck rauslassen könntest
hast du menschen um dich, denen du dich anvertrauen kannst, daß es dir momentan nicht so gut geht, und dich ein bißchen auffangen lassen? von der bulimie (-vergangenheit) musst du gar nicht erzählen

wenn alle stricke reißen und du glaubst, es nicht alleine zu schaffen: so früh wie möglich professionelle hilfe einbeziehen (alte therapeutin? hausarzt? beratungsstelle?), damit es sich nicht wieder verfestigt

bei rückfallen, die eben etwas länger dauerten als ein oder mehrere vorfälle, hab ich (für mich) immer geschaut, dass ich nicht wieder in die diagnosekriterien rutsche, mir diesen rahmen von 3 monaten gesteckt, und mit mir selbst vereinbart, daß ich mir spätestens nach dieser frist wieder professionelle unterstützung hole; also wenn der rückfall schon so 4,6 oder bald 8 wochen in gange war, hab ich vorsorglich einen zeitnahen termin beim psychiater o.ä. geholt - "für den fall, daß..." stichwort: selbstfürsorge.

du schaffst das, viel kraft


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Mo Dez 17, 2018 11:26 
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Alter: 28
Registriert: 28 Nov 2018
Beiträge: 5
Guten Morgen

Bei mir lief die letzte Zeit echt nicht super … ich versuche zu verstehen, wie es dazu kommen konnte. Bisher habe ich nur den Erfolgsdruck als Indikator. Vor allem jetzt da an der Uni der Prof für den Grundkurs ( also mein wichtigstes und auschlaggebendes Fach ) auf unbestimmte Zeit erkrankt ist und wir uns den Stoff selbst beibringen müssen. Ja meine Mutter weiß von der Essstörung aber nimmt es nicht ernst. Für sie ist es eine extreme Diät und so lange ich nicht abgemagert bin, kann es ja nicht so schlimm sein, denkt sie. Ich war dann in der Abizeit knapp ein Jahr in Therapie. Mehr hat die Krankenkrasse nicht übernommen. Aber es ging mir auch wirklich besser danach. Das Mobbing damals bezog sich hauptsächlich auf Äußerlichkeiten. Da war ich 14. Aber es wurden auch andere Dinge thematisiert. Ich war schon immer anders. Hatte nie viel für Menschenmassen übrig. Laute Musik und dieses Licht in den Diskotheken, die einem gefühlt Epilepsie auslösen, fand ich nie amüsant sondern eher stressig und unfassbar anstrengend. Ich war schon immer verrückt nach Büchern. Habe sie regelrecht gefressen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Lesen und selbst Geschichten schreiben ist meine Welt. Nur war das unter Teenies eher uncool. Mein Kater heißt Salem. Er ist pechschwarz und ein kleiner Frechdachs. Aber anhänglich wie ein Hund. Er wurde damals mitten im Winter ausgesetzt und ist mir dann im Wald halb verhungert entgegengelaufen. Ich bin dann schnell zu nächsten Rewe und hab ihm was zu fressen und Katzenmilch besorgt.. das war alles nach ein paar Minuten weggeputzt und er ist in mein Rucksack geklettert und da nicht mehr rausgekommen. Nachdem ich dann mit ihm beim Tierarzt war und er niemandem gehörte und auch niemand auf Aushänge reagierte, hab ich ihn behalten. Und seitdem ist er mein Kumpel. Beim backen hilft er mir auch immer ganz fleißig :P … ok eher bringt er alles durcheinander und schleckt die Milch aus. Den Typen zu erziehen kann man echt vergessen :oops: ….Was du über Katzen und Fa´s beschreibst, kann ich bestätigen. Nur dass Salem sichtlich besorgt ist wenn ich überm Klo hänge. Er versteht es nicht und denkt ich sei krank. Deswegen sperre ich ihn immer aus. Also aus dem Bad, natürlich.

Es ist keine Schande, ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben und viel mit ihnen zu machen. Wie gesagt Partys sind nicht meine Welt. Ist mir zu laut zu voll und einfach viel zu viel. Es gibt solche und Solche Menschen. Man sollte sich nicht vergleichen und einem ( scheinbar idealen ) Leben nachlaufen, das gar nicht zu einem passt. Ich weiß nicht ob die ES das Hauptproblem ist, sie wird mit Sicherheit, wie alle Suchterkrankungen in der Vordergrund gedrängt und verdrängt damit alles andere. Aber oft ist sie doch auch nur ein Symptom. Bei mir ist es glaub ich diese ständige Angst zu versagen, nicht gut genug zu sein, nicht genau so wertvoll zu sein wie meine Geschwister ( was meine Mutter auch oft noch befeuert ). Vieles kommt aber auch aus mir Selbst heraus. Ich wollte schon als Kind immer "überragend" sein .. frag mich nicht woher das kommt. Ich weiß es nicht. Ich hab immer davon geträumt von allen bejubelt und bewundert zu werden. Vielleicht auch einfach kindlicher Narzissmus.


Was du zu Therapien schreibst kommt mir bekannt vor. Zumindest war es damals in meiner Kindheit so. in der Letzen Therapie lief es eigentlich gut. Hast du mal intuitives Schreiben versucht? Ist keine anerkannte Therapieform, eher so von mir ausprobiert :P dabei nimmst du dir einfach ein Blatt und ein Stift. Setz dich gemütlich hin und schalten deine Gedanken mal komplett ab ( glaub mir das ist schwieriger als klingt ) und dann schreib was dir gerade in den Sinn kommt. Rechtschreibung, Grammatik, Schriftform, alles egal... schreib es genau so auf wie es dir in den Kopf kommt. Ich war / bin manchmal wirklich überrascht was ich da zu Papier bringe.

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Hic Rhodus, hic salta!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Mo Dez 17, 2018 11:32 
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Alter: 28
Registriert: 28 Nov 2018
Beiträge: 5
Liebe Imlikeabird,

genau das versuche ich ja. Das "Problem" ist, dass es sich soo schnell bei mir verselbstständigt. .. leider .. Aber du hast Recht. Letztlich haben wir es in der Hand.

Leider gibt es momentan niemandem, mit dem ich darüber sprechen könnte. Bzw der es verstehen würde. Und für Sport/ Malen oder Kurse habe ich im Moment neben der Uni keine Zeit. ich bin 5 Tage ca 7 Stunden in der Uni und die Zeit zuhause, brauche ich dann auch fürs Lernen, Hausaufgaben und den Haushalt. Wenn ich mit allem fertig bin, ist die Woche schon rum.. vielleicht habe ich da noch 2 Stunden am Abend für mich wenns hochkommt .. es wird nicht ewig so sein... nur aktuell kann ich daran nichts ändern.

Mit dieser Terminfrist könntest du Recht haben, vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. da hätte ich noch etwas Zeit. ( zum Glück ) um wieder auf die Beine zu kommen.

Vielen Dank

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Ich bin wieder da ....
BeitragVerfasst: Di Dez 18, 2018 14:10 
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Alter: 22
Registriert: 23 Aug 2013
Beiträge: 257
Wohnort: Köln
Hallo ihr süßen.

Habe mir den ganzen Schinken einmal durchgelesen. Meine Güte, das klingt teilweise schon echt hart.
Wie geht es euch?
Das mit den Katzen hört sich ganz toll an, teilweise. Wie viel Kraft ein Tier einem geben kann, ohne zu reden, ohne groß irgendetwas tun zu müssen.
Ihr habt schon echt viel hinter euch und so viele Erkenntnisse gesammelt. Ich bewundere euch!
Es ist wahrlich nicht leicht.

Lg Knuffeline

_________________
Leb jeden Tag als wäre es dein letzter!
Veni Vidi Vici! Ich kam, ich sah, ich SIEGTE!


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