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 Betreff des Beitrags: Hunger nach Liebe
BeitragVerfasst: Mo Sep 24, 2018 7:32 

Alter: 38
Registriert: 24 Sep 2018
Beiträge: 13
Wohnort: Steyr und Ried im Innkreis
Hallo ihr Lieben!

es ist einige Jahre her, da war ich das erste mal Mitglied in diesem Forum. Damals war ich selbst eine Betroffene und war froh, zumindest virtuell Menschen mit ähnlichen Problemen anzutreffen und mich mit ihnen auszutauschen.

Ich litt viele Jahre an Ess-störungen - anfangs an Magersucht, dann Bulimie und Binge eating, später wieder Bulimie.

Ich merke nach ca. einem Dreiviertel Jahr, dass mein Essverhalten nicht mehr "normal" ist und machte mich auf die Suche nach Hilfe. Von Psychotherapie über Krankenhausaufenthalt hatte ich alles durch, bis ich meinen persönlichen Weg der Genesung gefunden hatte.
Mein größter Wunsch war, jemanden zu finden, der selbst da durch gegangen ist und gesund ist - ich habe niemanden gefunden.. da hab ich mir selbst ein Versprechen gegeben - sobald ich gesund bin, werde ich ein Licht am Ende des Tunnels sein für diejenigen, die Unterstützung suchen und sich von mir angesprochen fühlen.

Das Ungleichgewicht in mir, dass sich als unnatürliches Essverhalten zeigte, wurde zu einem großen Geschenk für mich, das mich lehrte, mich selbst zu lieben und mich wertzuschätzen wie ich bin.
Das mag sich für dich jetzt wie eine Utopie anhören - aber - deine Ess-störung birgt ein Geschenk in sich. Nur Menschen mit einem starken Willen und einer unendlichen Kraft in sich leiden an solchen Schwierigkeiten. Meistens sind sie sehr sensibel und haben nicht gelernt mit ihren Gefühlen umzugehen.
Mir ging es genauso - ich hab mich mit dem E in eine andere Welt katapultiert. Ich bin vor den Schwierigkeiten meines Lebens so geflüchtet und habe ich mit jedem Mal selbst bestraft. Meine inneren Dialogen waren so destruktiv und haben sich fast ausschließlich ums Essen und Abnehmen gedreht.
Die Bücher, die ich las, meinten, ich soll mich selbst mehr lieben - mich vor dem Spiegel stellen und sagen "ich liebe dich" ?????? Halloooo??? Ich haßte mich! ich haßte meinen Körper! Wie soll ich da bitte sowas zu mir sagen, ohne mich dabei anzulügen?

Jetzt interessiert dich vermutlich (hoffentlich ;) ) wie ich da rausgefunden habe und mich heute lieben kann?
ich habe gelernt zu fühlen - alle Gefühle, alle Emotionen - auch die, die ich nie fühlen wollte wie zb Eifersucht, Versagen, Existenzangst etc.

Meine Sucht war eine Suche nach Liebe, eine Suche nach mir selbst.

Wonach suchst du?

Mir ist es ein Herzensanliegen jeden, der sich von mir berührt fühlt, ein Stück weiterzuhelfen. So sehr hab ich mich selbst damals danach gesehnt.

Alles Liebe, Anjoy


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 Betreff des Beitrags: Re: Hunger nach Liebe
BeitragVerfasst: Di Sep 25, 2018 6:20 

Registriert: 03 Jan 2018
Beiträge: 2
Liebe Anjoy,

ich wäre sehr an Deinem Genesungsweg interessiert. Wenn Du darüber mehr erzählen willst, meine Ohren sind offen :D

Stecke seit 25 Jahren in der Thematik und schaffe es nicht wirklich raus. Hab eigentlich alles hinter mir und bin viele verschiedene Wege gegangen...

Was ich ändern müsste um dem Kreislauf der Eßstörung zu entkommen weiß ich. ABER ich scheiter immer wieder am TUN.
UND ich weiß daß ICH AKTIV am Verhalten was TUN muß um es schaffen zu können.

Danke schon mal und
Hut ab vor Deinem Weg
Nicole


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 Betreff des Beitrags: Re: Hunger nach Liebe
BeitragVerfasst: Di Sep 25, 2018 7:29 

Alter: 38
Registriert: 24 Sep 2018
Beiträge: 13
Wohnort: Steyr und Ried im Innkreis
Liebe Nicole!

Gerne erzähle ich dir darüber mehr.
Bei mir fing die Ess-störung unbewusst sicher schon in meiner Kindheit an. Essen war ein sehr wichtiger Teil und ich habe schon als Kind vieles damit kompensiert. Kann mich erinnern, dass ich manchmal nachts zur Eistruhe gegangen bin und mir ein Cornetto geholt habe. In einem Gasthaus, was mein Elternhaus war, kriegt man ständig Sachen zu essen.
Da leichtes Übergewicht und das damit verbundene unnatürliche Essen jedoch gesellschaftlich nicht als Disharmonie sonder als sehr legitim aus Wohlstandsgründen gilt, unternahm keiner meiner Familienangehörigen etwas dagegen. Ich war nicht dick. Ich hatte eine muskulösere Figur und ein wenig Bauch, jedoch fühlte ich mich nicht wohl. Ich fühlte mich dick. Heute weiß ich auch, warum. Ich assoziierte die wenige Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit, die meine Eltern für mich hatten (mir kam es halt so vor) damit, dass etwas mit mir nicht stimmen konnte. Ein Blick in den Spiegel und so manches verletzende Wort von meinem Umfeld ließ mich darauf schließen, dass es wohl an meinem Körpergewicht liegen musste, dass ich nicht so geliebt wurde.
So wurde mein Körper zu etwas, das ich nicht mochte. Frausein schien auch nicht so toll zu sein auf dieser Welt, dachte ich, als ich die Männer in der Gaststube über ihre Frauen schimpfen hörte. So beschloss ich, am besten mal keine Frau zu werden. (das zeigte sich dann in der Magersucht..ich wollte maskulin aussehen, je dünner, desto besser)

Die Bulimie schließe ich auf mein Vaterthema zurück. Er war immer der Mann, den ich heiraten wollte als Kind. Mein Held. Der Beste. Mein Vater jedoch lernte nie Gefühle zu zeigen und konnte mir somit seine Liebe zu mir nicht gut übermitteln. Generell ist es leider in unserer Gesellschaft noch immer so, dass Männer cool sein müssen- unnahbar, keine Schwächen haben dürfen, nicht fühlen sollen...
Bitte versteh mich richtig, ich sehe meinen Vater keineswegs als Schuldigen. Er hat immer sein Bestes gegeben. Er ist wie er ist.
Ich war im Mangel. Und, dass war ich natürlich dann auch bei meinen Männerbekanntschaften. Ich suchte unbewusst nach einem Mann, der meinen Hunger nach Liebe stillen würde. Tja, das ist echt blöd - weil - das kann niemand als man selbst stillen.

Mit Anfang zwanzig trennte ich mich von meinem ersten langjährigen Freund. Kurz darauf kam er mit einer Freundin von mir zusammen und das brach mir das Genick. Da erst wusste ich, den krieg ich nie mehr zurück. Ich saß drei Tage lang in meiner Küche, weinte, rauchte und aß nichts. Da ich meinen Körper sowieso immer als zu dick ansah, fand ich Gefallen an dieser Macht. Endlich hatte ich über wenigstens etwas in meinem Leben die Kontrolle. So aß ich fast einen Monat nichts. Ich kündigte meinen Job als Salonleiterin eines Kosmetikstudios. Fuhr in die Schweiz, um zu flüchten. Und hoffte auf einen Neuanfang. Tja, auch hier musste ich wieder erkennen, dass ich zwar vor den Menschen, die mir weh taten flüchten konnte, jedoch nicht vor mir. Ich hatte meinen Liebeskummer auch in der Schweiz. Irgendwann konnte ich das Nichtessen nicht mehr aufrecht erhalten und so begannen sukzessive die Essanfälle. Das schlechte Gewissen, etwas gegessen zu haben bewegte mich dann zum Erbrechen. Anfangs schien mir auch diese Form der Kontrolle zu gefallen, aber nach ca einem 3/4 Jahr merkte ich, dass ich nicht mehr aufhören konnte und das nicht normal ist. Der erste Weg war zu einem Psychotherapeuten. Hmm..was soll ich sagen, er hatte keine Ahnung von dem, wie es mir erging. Ich glitt immer tiefer in diese Krankheit hinein. Es wurde immer schlimmer. Die Heimlichtuerei macht mich vom Gefühl her zu einer Straftäterin. Somit steigerte sich mein schlechtes Gewissen zusätzliche. Ich wurde zu einer Koryphäe im Bereich des Geheimnisbewahrens, vertuschen von Spuren, Geldbeschafferin. Ich muss dir ja nicht sagen, wieviel Geld FA verbrauchen.
Eines Tages hatte ich mich so oft übergeben, dass ich kurz vor der Bewusstlosigkeit am Boden meines Klos lag und da wusste ich. "Entweder du entscheidest dich fürs Leben, Andrea, oder du wirst irgendwann an dieser Krankheit sterben.
Ich ließ mich in die Psychosomatik einliefern und dachte, danach bin ich gesund. Ich hatte hohe Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Ich kam nach 9 Wochen dünner raus als vorher.
Meine Mutter gab mir damals den Tipp zu einer "Wenderin" zu gehen. Wenderinnen drehen durch ein Pendel, die Anliegen, mit denen die Menschen zu ihnen kommen zum Guten.
Damals hatte ich jeglichen Glauben verloren. Ich hörte ihr zu wie sie von Gott und Engeln sprach. Dann sagte sie zu mir "Sie sind deshalb so krank, weil sie selbst eine Heilerin sind". Ich schaute nur verdutzt und dachte "und? was bringt mir das jetzt????"
Trotzdem ließ mich das nicht los und ich fing an Bücher über das Leben zu lesen und machte Ausbildungen, die Heilung, Lebensfreude und Glück versprachen.
Ich schwor der Schuldmedizin ab und machte mich auf die Suche nach jemanden, der mich heilen konnte.
Tja..da kam dann erst nach Jahren die Erkenntnis, dass auch das nicht möglich ist. Weder Schulmedizin, noch Naturheilkunde, Energiearbeit etc können einen heilen.
Ich erkannte, dass ich es alleine bin. Nur ich. Niemand sonst konnte mich heilen. Natürlich ist es wunderbar Begleitung und Unterstützung von außen zu bekommen. Aber ohne das eigene Wollen, Tun und Umsetzen ist auch das nur vergeudete Zeit und Geld.
Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse und war, dass ich für diese Ess-störung die volle Verantwortung übernehmen musste. Ich fing an mich zu fragen, wie erschaffe ich das Ganze. Welche Überzeugungen über mich, meinen Körper, das Leben muss ich haben, dass ich so ein Ergebnis erziele.
Weißt du, es ist egal, welche Sucht man hat. Ob Alkohol - Sex - Ess- oder Arbeitssucht. Alles Süchte haben etwas gemein. Die SUCHE. Meistens die Suche nach Liebe.
In vielen Jahren der Innenschau, der Ausbildungen von Aufstellungsleiterin, Trainerin, Pranaheilerin etc. lernte ich mich selbst immer mehr kennen und zu mögen.
Traurigerweise sprachen viele meiner Lehrer von Selbstliebe und keiner konnte mir sagen, wie das genau geht. Ich selbst habe herausgefunden, dass es um das Fühlen geht. Das Fühlen von allen Gefühlen. Affirmationen sind Humbug. Wenn du dir sagst "ich liebe mich" und dabei fühlst, wie Schei*** du bist, hilft dir das ziemlich wenig bzw führt es zu noch mehr Ablehnung.
Fühlen liegt in unserer Natur. Kinder können das bis zu dem Zeitpunkt, wo es ihnen aberzogen wird, noch recht gut. Wenn ein Kind am Boden liegt und bitzelt, weil es den Schlecker nicht bekommt, hört es nach einer gewissen Zeit von selbst auf, weil es durch die Emotion der Wut durchgegangen ist. Kommt jedoch der gescheite Erwachsene daher und sagt "hör auf damit, die Leute schauen schon", wird dieser natürliche Prozess unterbrochen und das Kind lernt, Wut ist nicht okay. Das prägt sich dann so ein, dass das Kind nach Strategien der Vermeidung und Kompensation von Gefühlen sucht. Auch hier gilt wieder - jeder Mensch, alle Eltern, alle Lehrer geben stets ihr Bestes. Sie handeln nach ihrem Erlernten und besten Gewissen. Ich mache hier keine Vorwürfe sondern erzähle von meinen Erkenntnissen.

Ich habe es mir zum Auftrag gemacht, den Menschen wieder das echte, authentische Fühlen beizubringen. Frauen tun sich da meistens noch ein wenig leichter als Männer, weil Fühlen zu den weiblichen Qualitäten zählt. Die Emanzipation der Frauen hat uns aber leider auch mitgebracht, dass viele Frauen zu vermännlicht sind.
Meine eigenen Weiblichkeit hab ich auch erst vor ein paar Jahren entdeckt und zu lieben begonnen. Heute finde ich Frausein als etwas wunderschönes!


So..das ist jetzt ein ganz schön langer Text geworden.. Kam direkt aus meinem Herzen zu dir/euch.

Liebe Grüße,
Anjoy


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