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hallo!

Verfasst: Mi Jul 30, 2008 19:40
von sick_girl
also... ich hab auch Bulimie. Schon seit jetzt... oh je... 11 Jahren. Ich bin heute 24, fast 25 denn in 3 wo hab ich Geb. Naja, komt einem immer krass vor, wenn man sich dem Ausmass der Zeit so richtig bewusst wird... Naja, auf jeden Fall hat es damals angefangen, als ich 13 war. Ich war als Kind schon immer etwas fülliger und wurde deswegen oft gehänselt. Irgendwann hats dann einfach nen Schalter umgelegt in meinem Kopf und ich hab gar nix mehr gegessen. Ich nahm in der Zeit ca.*kg ab, innerhalb von 3 Monaten. Meine Eltern ham sich natürlich irgendwann Gedanken gemacht und versucht mich wieder zum essen zu bewegen, ich aber, hab das eher genossen, klingt vielleicht irgendwie pervers, aber die ganze Aufmerksamkeit, die Angst, die sie um mich hatten, das war so ein schönes Gefühl. Nun gut, ich denke, das war damals auch ein schwieriges Alter... Pubertät usw... aber irgendwann hab ich dann selber Angst bekommen. Eines Morgens, ich wog zu dem Zeitpunkt gerade *kg, wurde mir nach dem Aufstehen so schwindelig, dass ich ca. 10 min mit Ohrsausen da saß, mir war total schlecht und schwarz vor augen. Da hab ich dann wieder angefangen zu essen, oder sagen wir ZU FRESSEN. Ich hab mich mit essen vollgestopft und dann einfach immer auf der Toillette erbrochen. Irgendwann hat auch meine Mutter das mitbekommen und in den ersten Jahren hat sie natürlich alles versucht, mich davon abzubringen, aber Fehlanzeige. Irgendwann, jedenfalls hab ich das Gefühl, ham meine Eltern dann einfach aufgegeben. Sie wissen, was mit mir los ist, aber geredet wird so gut wie nicht darüber. Nicht dass sie es totschweigen, ich glaub eher, sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen, da das nun auch schon so lange geht. Mittlerweile leb ich auch nicht mehr zu hause, sondern hab meine eigene Wohnung. Aber besser geworden ist es nicht, eher das gegenteil ist der fall. Scheisse, mann, is einfach viel zu krass, was der eigene Kopf, oder schweinehund anrichten kann. Ich hab Phasen, da fühl ich mich echt wohl und hübsch, aber dann ist wieder das komplette gegenteil der Fall und zwar so krass, dass ich nen richtig krassen Selbsthass bekomme. Ich will mich dann nicht mehr fühlen und spüren, ich halts dann einfach nicht mehr mit mir aus. Manchmal geniesse ich es regelrecht mir selber schaden zuzufügen, ich gehe richtig in meiner Selbstkasteiung auf, wenn man das als solche überhaupt bezeichnen kann. Wenn ich mich richtig schwach und leicht fühle und sich alles ganz zittrig und unterzuckert anfühlt, das ist das schönste Gefühl und gleichzeitig denk ich; gott bist du verquer. Wann ich es das letzte mal geschafft hab 16 tage nicht zu kotzen, kann ich euch gar nicht sagen. Am anfang tat ichs nur, weil ich irgendwann nach ewiger Hungerei, ne heisshungerattacke bekam, aber mittlerweile ess ich sobald ichnicx andres zu tun hab. Ich muss nicht mal Hunger haben. Total krass. Vor 5 Tagen hab ich auch nen Anfall gehabt und mir bewusst versucht einzureden, ich bräuchte das nicht und würds durchstehen, hab versucht mich abzulenken, aber nix da.... Es ging einfach nicht weg, sogar nach 2 stunden war dieses Gefühl noch da und dann kams doch über mich... Ich hab mir die ganze Zeit gedacht: Ok. Ein paar tage, das hällste aus, aber für immer??? Und genau das hat mir so ne riesen Angst eingejagt, wie soll ich das in den Griff kriegen, wenn es selbst für ein paar stunden so schwer ist. Und das Paradoxe daran ist, jedesmal, wenn ichmir den Fionger in den Hals stecken, sag ich mir selber von neuem: nur noch dieses eine mal, nächstes mal mach ichs besser. Und in dem Moment glaub ich mir seleber auch noch! Is echt krass, wie man sich sleber so verarschen kann. Scheisse! Aber was soll man machen, damit man richtig dünn, schlank und schön sein und bleiben kann??? Mittlerweile kommts mir fast so vor, als wär jedes dünne Mädchen, was ich sehe , essgestört. Fakt is, dass ich definitiv NIE NIE wieder so dick sein will, wie ich früher war. Aber sterben will ich auch nicht. Was'n scheiss dilemma...

Verfasst: Mi Jul 30, 2008 20:25
von enfance_oubliée
süße, du darfst doch *kg-angaben machen....siehe regeln :D
hmm das mit der aufmerksamkeit kenn ich von mir auch.....

Re: Hallo!

Verfasst: So Aug 03, 2008 15:23
von sick_girl
ups, hab ich nicht gewusst... :lol:

Re: Hallo!

Verfasst: So Aug 03, 2008 18:37
von justme
Hallo Du!

Das mit der Aufmerksamkeit kenne ich. Ein Teil von mir sehnte sich auch lange nach Aufmerksamkeit, aber das wäre für mich nie ein Grund, zu erbrechen, wie viele dachten. Ich wollte nie, dass mein Umfeld erfährt, dass ich nach dem essen breche. Sie sollten sich eher wegen meines geringen Gewichtes Sorgen machen. Ich dachte als Pubertierende, dass man damit leichter durchs Leben kommt, wenn man krank udn zerbrechlich ist, einem mehr nachgesehen wird und man sich immer irgendwie hinter seiner Krankheit verstecken kann.

Und nach 13 Jahren ist es zum teufelskreis geworden, schon viele Jahre. das verselbstständigt sich und man hat es nicht mehr im griff.

ich kenne auch dieses Hin- und Hergerissen sein, zwischen sich einigermaßen wohl und hübsch fühlen und am Boden zerstört sein.
Machst Du Thera? Oder nimmst Du Medis?

LG
Kopfhoch :(

justme

Re: Hallo!

Verfasst: So Aug 03, 2008 19:10
von sick_girl
Hi,

naja, ich wollte das eigentlich auch nicht, dass meine eltern das erfahren, aber wies eben so is, kriegt man das irgendwann mit, wenn die tochter so gut wie nix isst und wenn doch, gleich danach auf der toillette verschwindet und dann ist es eben so. Habs auch immer gehasst, wenn die mich darauf angesprochen haben, weil ich mir, obwohl ich es irgendwie toll fand, dass sie sich sorgten, gleichzeitig so bloss gestellt vorkam. ich hab auch irgendwie angst davor, mich nicht mehr zu übergeben und gleichzeitig angst, es nicht mehr lassen zu können. Also Medis nehm ich nicht, therapie mach ich auch keine, habs n paar mal versucht, aber irgendwie kam ich mir total deplaziert und peinlich berührt vor, wenn die anfingen so komische beruhigungsübungen mit mir zu machen. Und überhaupt isses für mich echt schwer mit jemandem darüber zu reden, über mich zu reden, wie ich denke, warum ich mich in bestimten situationen so oder so verhalte, das ist so anstrengend. Ich denke, man muss da echt nen therapeuten erwischen, mit dem man sich identifizieren kann, oder einfach auf einer welle liegt. Und das ist echt schwer...

was is mit dir? Machst du ne therapie? Vielleicht haste ja n paar tipps für mich, wie man sich besser in den griff bekommt??? :wink:

LG